Der neue Bundespräsident hält seine Antrittsrede; wie erwartet, wird er Allen gerecht und bleibt somit nichtssagend. Abwarten, was noch kommt. Was sagt er zu seiner parteipolitischen Herkunft:
Das gilt auch für die politischen Parteien. Sie sind viel besser als ihr Ruf. Sie bieten den politisch Interessierten eine Heimat und ringen um die besten Lösungen für unser Land. Dennoch greift das Gefühl um sich, die Parteien seien verschlossen und neigten dazu, die Herausforderungen nicht beim Namen zu nennen und die politischen Angelegenheiten unter sich auszumachen.
Das Gefühl, die Parteien würden die politischen Angelegenheiten unter sich aus machen, ist nicht nur ein Gefühl und wenn Herr Wullf es ernst meint, hätte er darauf hinweisen können, wie seine Nominierung abgelaufen ist. Das haben nämlich die Parteien CDU, CSU und FDP unter sich aus gemacht, und das in der engsten Führungsspitze. Nicht mal die eigenen Mitglieder waren damit einverstanden – Parteienverdruss bei den Parteien?
Das Gute an Wulffs Wahl – es gibt eine First Lady, die die Medien begeistert. Egal, was Christian macht, Bettina wird für das positive Image sorgen. Wir müssen uns um das öffentliche Erscheinungsbild des Präsidentenpaares keine Sorgen machen. So ein junges, hübsches und modernes Paar (sie trägt sogar Tatoos!). Das kann nicht schiefgehen. Und wenn er sich politisch bedeckt hält, wird ihm eine lange und angenehme Amtszeit bevorstehen.
Aufpassen muss er wegen seiner bisherigen Ämter und Mandate, denn als Bundespräsident darf er gemäß Art. 55 des Grundgesetzes » kein anderes besoldetes Amt, kein Gewerbe und keinen Beruf ausüben und weder der Leitung noch dem Aufsichtsrate eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens angehören.« Somit muss er auch sein Aufsichtsratmandat bei VW beenden. Das wird ihm sicher finanziell versüsst.