Orden und Ehrenzeichen sind Überbleibsel aus der infantilen Phase von Staaten und Nationen. Entwertet werden sie in der Regel zusätzlich dadurch, das sie inflationär vergeben werden. Nimmt sie noch jemand ernst? Paradebeispiel sind die hohen Miltärs in Russland, Nordkorea und China, die auf der Heldenbrust kaum noch Platz haben. Staatsfeiertage und repräsentative Anlässe bedeuten Schwerstarbeit für diese Herren, denn sie müssen dann das Blech pfundweise durch die Gegend schleppen. Mitleid verdienen sie deswegen aber nicht.
Unser neuer Bundespräsident lässt es sich nicht nehmen und verspricht dem Trainer der deutschen Fußballnationalmanschaft das Bundesverdienstkreuz:
»Ich habe entschieden«, teilte Wulf feierlich mit, »dass Bundestrainer Löw mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wird«.
Warum auch nicht, einer mehr. Aber wofür eigentlich?
Das Bundesverdienstkreuz wird verliehen für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet.
So liest man bei Wikipedia – was davon trifft auf den Fußballnationaltrainer zu?
Siehe auch: Bundesverdienstkreuz für die Klofrau