- aber der heisst Ueli Maurer, ist Bundesrat und ehemaliger SVP-Präsident und hat sich in der WOZ zur schweizer Armee, der Ausrüstung, der Mannschaftsstärke und der Suche nach dem Leit(Feind)bild geäußert:
Aber 80 000 Soldaten sind genug?
Ja. Aber gleichzeitig genügt in Biel ein 67-jähriger Rentner, um während Tagen 900 Polizisten zu beschäftigen. Die Frage nach der Mannstärke ist vergleichbar mit einer Versicherung: Wie viel Geld sind Sie bereit auszugeben? Machen Sie eine Vollkasko? Eine Teilkasko? Gar keine? Jeder beurteilt das individuell. 200 000 Mann wären natürlich eine Vollkaskolösung.
Und was sind 80 000?
Eine Art Haftpflichtversicherung. Wir gehen mit den 80 000 Mann an die unterste Grenze von dem, was verantwortbar ist. Mit dem zur Verfügung stehenden Geld können womöglich nicht alle Soldaten ausgerüstet werden. Folglich stehen nicht alle 80 000, sondern womöglich nur 50 000 ausgerüstete Armeeangehörige bereit, um aufgeboten zu werden.
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Die Russen kommen also nicht mehr?Nein, kurzfristig sicher nicht. Aber alles ist unklar geworden.
Was heisst das?
Wir hatten bis 1989 die Situation des Kalten Kriegs, stark beeinflusst durch den Zweiten Weltkrieg. Eine bipolare Welt, die USA und die UdSSR als Grossmächte mit atomarer Abschreckung. Dann kam 1989. Der vermeintlich grosse Frieden. Dann zerstörten neue Ereignisse die Idylle. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 waren ein solches Ereignis. Man merkte: Der Krieg geht weiter. Und die Kriege der Gegenwart werden vor allem asymmetrisch geführt. Es sind keine Staaten mehr, die sich gegenseitig den Krieg erklären. Die Bedrohung ist anders. Und so wurde deutlich: Die Armeen der westeuropäischen Länder brauchen ein neues Leitbild.
Wohl eher ein neues Feindbild, um die Daseinsberechtigung der Armeen zu begründen.