Gesundheit in der Schweiz

- kommt mir sehr bekannt vor!

Die ZugerInnen können darüber abstimmen, ob die Privatisierung des Spitals rückgängig gemacht werden soll. Basel-Stadt ist hingegen erst daran, seine Spitäler ­auszulagern. Die Spitallandschaft wird ­umgepflügt – zugunsten der privaten Anbieter.

Nervosität unter den Spitälern: In rund einem Jahr bricht ein neues Zeitalter an. Am 1. Januar 2012 soll das DRG-System Einzug halten. DRG steht für Diagnosis Related Groups – zu Deutsch «diagnosebezogene Fallgruppen». Bisher verrechneten die meis­ten Spitäler die getätigten Dienstleistungen: Die eine Patientin liegt zum Beispiel nach einer Blinddarmoperation vier Tage im Spital, die andere zehn, weil es Komplikationen gab – folglich verrechnet das Spital je nach Aufwand und PatientIn weniger oder mehr. Das ist mit dem DRG-System vorbei: Künftig erhält das Spital eine Pauschale für die Kosten, die ein Blinddarm in der entsprechenden Fallgruppe im Durchschnitt verursacht.
Mit dem DRG-System werden die Spitäler als Konkurrenten gegeneinander antreten müssen. Angeblich soll dieser Wettbewerb zu günstigeren und besseren Behandlungen führen. In der Realität beginnt damit aber auch bei den Spitälern die Jagd nach den guten Risiken: Junge, ansonsten gesunde BlinddarmpatientInnen sind betriebswirtschaftlich betrachtet gute PatientInnen – weil sie das Spital schnell verlassen und nicht viel kosten, womit dem Spital mehr von der Pauschale bleibt. Alte und chronisch Kranke sind hingegen schlechte PatientInnen, weil sie viel Arbeit bescheren und mehr kosten, als die Pauschale hergibt.

Quelle: WOZ

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