Es gab keine Alternative

Vielleicht muss man als PolitikerIn so sein, da man ansonsten nicht lange in der »Politik« überleben würde. Vielleicht geht es auch wider besseres Wissen nach dem Motto: »Stures Weitermachen beruhigt irgendwann die aufgeregtesten Gemüter!« Sie erinnern mich an die letzten Tage der Ostblockregierungschefs – diese (zumindest die Verknöchersten) waren, solange sie noch lebten, auch von der Richtigkeit ihrer Handlungen überzeugt. Die Rede ist von Merkel, Westerwelle, Mappus und Co. (auch wenn sie inzwischen Ämter aufgegeben haben).
Westerwelle wiederholt mal wieder seine Lieblingsphrase: »Wir haben verstanden!« – aber was hat er verstanden? Für die Wahlergebnisse ist der GAU in Japan verantwortlich – hätte die schwarz-gelbe Regierung nicht die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert, wäre Herr Mappus nicht so vehement für Atomkraft eingetreten, hätte er nicht die EnBW gekauft (worunter das Land und die neue Regierung noch leiden wird), hätte er sich nicht wie ein Potentat mit Gewalt gegen die Demonstranten gestellt, dann hätte der GAU in Japan hinsichtlich der Wahl nichts bewirkt. Aber so hat der GAU in japan nur die Fehler der schwarz-gelben Koalition offen gelegt.
Diesen GAU für das Wahlergebnis verantwortlich zu machen, ist in etwa dasselbe, wie die Lampe für den Dreck zu verurteilen, den sie sichtbar macht.
Hatte Frau Merkel nicht die Wahl in B.-W. zur Schicksalswahl erkoren? Dann sollte sie entsprechend handeln. Aber auch dies soll mit dem Mittel des Aussitzens geregelt werden. Dafür hat sie gesorgt – wie macht man sich unersetzlich in der eigenen Partei – indem man die möglichen Nachfolger beseitigt.
Die CDU/CSU kann insoweit ihren Lieblingsspruch bringen: »Es gab keine Alternative!«

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