So schnell geht das:
Am 09. März 2011:
CSU-Chef Horst Seehofer will „alles dafür tun“, dass der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg rasch wieder politisch aktiv wird. An den abwesenden Guttenberg gewandt sagte Seehofer beim Politischen Aschermittwoch in Passau: „Ich rufe Dir im Namen aller Schwarzen zu: Du bist einer von uns, Du bleibst einer von uns, und wir wollen, dass Du wieder zurückkehrst in die deutsche Politik. Von langanhaltendem Applaus begleitet, sagte Seehofer weiter: „Karl-Theodor hat an seinem politischen Talent und seiner Leistung für das Vaterland nichts dadurch verloren, dass er die Stärke hatte, zu seinen Fehlern zu stehen. In einer Demokratie hat eine solche Haltung Respekt verdient.“
Am 13. Mai 2011:
Inzwischen rückt auch Horst Seehofer (CSU) wegen großer Probleme mit der Bundeswehr-Reform vom einstigen CSU-Hoffnungsträger Guttenberg ab. In der „Augsburger Allgemeinen“ räumte er ein, dass ihm das ganze Ausmaß der mit der Bundeswehrreform zusammenhängenden Probleme erst jetzt so richtig deutlich geworden sei. „Nicht die Energiewende, die Bundeswehr ist meine mit Abstand größte Sorge“, sagte der bayerische Ministerpräsident. Die Probleme seien ihm bei einem Gespräch mit de Maizère vergangene Woche in Berlin klar geworden. „Soldaten, Arbeitsplätze, Standorte – die Fragen sind ungelöst.“
Und warum jetzt?
Interessant ist der Zeitpunkt, den Seehofer für seine neue Wendung wählte: kurz nachdem Guttenberg sich als Delegierter für den CSU-Parteitag aufstellen ließ und damit andeutete, wieder in der Politik mitmischen zu wollen. Seehofers Botschaft ist klar: Guttenberg kann gern als schöne Erinnerung die Herzen der CSU-Leute wärmen. Aber in die aktuelle Politik zurückkehren? Niemals.
Einer so schlecht wie der Andere, aber christlich-sozial!