Weniger Demokratie wagen

Ein Lesetipp in Zeiten der sog. Wut- und Mutbürger:

“Weniger Demokratie!” Laszlo Trankovits nutzt einen klassischen Topos der äußeren Rechten – und setzt auf die Unzufriedenheit des Publikums mit der aktuell existierenden Demokratie. Die westlichen Demokratien, erklärt er, seien in eine tiefe Krise geraten. Die Krise habe ihre Ursachen im gesellschaftlichen Wandel, aber auch in Schwierigkeiten von Politik und Wirtschaft. Diese Schwierigkeiten wiederum seien hausgemacht: Sie resultierten aus der Ansicht, dass es gegenwärtig an demokratischer Partizipation der Bevölkerung mangele, sowie aus Bemühungen, eine solche Partizipation durchzusetzen. Das aber sei, schreibt Trankovits weiter, ein grandioser Fehler. Denn: “Wer Demokratie missversteht als ein System, in dem immer alle überall mitbestimmen und partizipieren können”, der “bedroht das Funktionieren und die Effizienz in Gesellschaft, Staat und Wirtschaft.” “Wir sind”, fährt Trankovits fort, “angesichts vieler Krisensymptome unserer Demokratien gut beraten, etwas weniger Demokratie zu wagen”.

Gibt es »etwas weniger Demokratie«? Entweder es gibt Demokratie oder es gibt keine – das verhält sich so, wie die Schwangerschaft – »etwas schwanger« gibt es nicht. Oder bedeutet »etwas weniger Demokratie« in Übersetzung »Diktatur«?

Siehe auch hier.

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