Heute sind wir auf dem Weg schon etwas weiter – lesenswerter Artikel und Grafik:
Auf in die Post-Kollaps- Gesellschaft
Egal, was wir tun – der Weg in eine nachhaltige Welt wird durch ein Tal der Tränen führen. Statt unsere Kräfte im Versuch zu vergeuden, den Kollaps aufhalten zu wollen, sollten wir uns mit aller Kraft auf die Welt vorbereiten, in der wir dann leben werden.von Johannes Heimrath erschienen in OYA 02/2010
Menschen wie Johannes Heimrath, die mit ihrer Praxis “Halbinseln” zukünftigen Wandels schaffen, gehört meine Achtung. Warum zögere ich dann, dem Beitrag “Auf in die Post-Kollaps- Gesellschaft” zuzustimmen? Nicht die notwendig noch rudimentäre Praxis ist zu kritisieren. Vielmehr ist der theoretische Ansatz – sagen wir mal fehleranfällig: “Für solch eine kraftvolle Vision braucht es ein grundsätzliches Vertrauen in den Gesamtorganismus Menschheit (Johannes Heimrath).” Woher soll denn dieses Vertrauen kommen? Lehrt uns das die Geschichte? Wir haben gelernt, gesellschaftskritisch zu denken. Und dies in allen möglichen Facetten. Scheinbar haben wir nichts übersehen. Außer uns selbst. Die Natur des Menschen. Der Mensch ist entgegen den Behauptungen der Soziologen und Pädagogen bei Geburt kein unbeschriebenes Blatt. Er ist eine Lernmaschine mit zweifellos enormem Entwicklungspotential in alle Richtungen. Aber was wir begreifen müssen, ist die Tatsache, dass diese Lernmaschine mit evolutionär bedingten, also bereits vorhandenen Verhaltensprogrammen zu arbeiten beginnt. Ich kann hier im Rahmen eines Kommentars nur empfehlen, die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Entwicklungs- und Motivationspsychologie zu berücksichtigen. Es erspart Irrwege. Die Dynamik dessen, was ist, präzise zu erfassen, ist äußerst schwierig, weil wir immer mit Wünschen befrachtet daran gehen. Ich habe eine solche Bestandesaufnahme, die zugegeben in dieser Kürze missverständlich ist, hier versucht. Erst wenn wir den Menschen nicht mehr idealisieren, wenn wir ihn sehen, wie er wirklich ist, haben wir die Chance, eine brauchbare (r)evolutionäre Theorie des gesellschaftlichen Wandels zu formulieren.