Ein halbe Million Tote jährlich rechnen sich

Eine erstaunliche Rechnung:

Jeden Tag sterben weltweit 1.500 Menschen durch bewaffnete Gewalt. Das sagte der Chef der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Martin Dahinden, zur Eröffnung einer internationalen Konferenz zum Thema. Jedes Jahr werde fast eine halbe Million Menschen Opfer von Gewaltverbrechen. Jeder zehnte davon sterbe in einem bewaffneten Konflikt.
Die Organisation hat auch die finanziellen Folgen ausgerechnet: Bewaffnete Gewalt kostet demnach 160 Milliarden Dollar pro Jahr – das sei mehr als die 130 Milliarden an Entwicklungshilfe, die die Industrieländer im vergangenen Jahr genehmigt hätten.
(Quelle: DRadio Wissen)

  • Die 130 Milliarden Entwicklungshilfe reichen insoweit also nicht aus, um die Kosten für den Tod der Gewaltverbrechensopfer zu finanzieren – von wem kommen die 30 Milliarden Differenz?
  • Heißt das, dass die 130 Milliarden eine »Wertschöpfung« von 30 Milliarden auslösen (nach der Systematik der Berechnung unseres Bruttosozialprodukts wäre dies ja so)?
  • Fließen diese 130 Milliarden zum großen Teil an die Geber zurück, da diese auch an den Gewaltverbechen verdienen – z.B. über Waffenverkäufe?
  • Würde dies Töten aufhören, wenn die 130 Milliarden Entwicklungshilfe nicht mehr fließen würden?

Die Verbindung der Kosten für die Tötung der Gewaltverbechensopfer mit der Gesamtsumme für Entwicklungshilfe löst auf den ersten Blick ein sog. A ha-Erlebnis aus, mehr aber auch nicht. Sehr effektvoll, aber das war es dann auch.
Man hätte den 160 Millionen auch z.B. die Ausgaben für Schönheitsoperationen und Schlankheitsmittel gegenüberstellen können. Wäre mindestens genauso eindrucksvoll gewesen.

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