Als bekannt wurde, dass die unter der unsäglichen Bezeichnung »Döner-Morde« zu Tage gekommenen Morde von einer neonazistischen Gruppierung verübt wurden, war die Betroffenheit groß – zumindest offiziell.
Keiner hat etwas gewusst, die Aufklärung der Versäumnisse (von wem auch immer) soll ohne Rücksicht erfolgen. Mir fällt dazu spontan die »brutalstmögliche Aufklärung« ein, die allerdings so wenig wie seinerzeit erfolgen wird.
Die Zeitungen der letzten Tage, inclusive der heutigen Sonntagszeitungen, bringen jetzt Tag für Tag neue Einzelheiten. Wie kommen diese auf einmal so schnell ans Licht der Öffentlichkeit? Waren diese schon in diversen Akten vorhanden und wurden verschwiegen oder zeigt dies lediglich, das es ein Leichtes gewesen wäre, die Morde zu verhindern, wenn die Ermittlungsbehörden gewollt hätten?
Aber die Frage geht auch an die Medien: Wenn jetzt auf einmal alles so schnell und offen zu Tage tritt – warum wurde dies nicht viel früher vom investigativen Journalismus entdeckt?
Das ist aber anscheinend kein deutsches Phänomen. In der heutigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung findet sich ein Artikel (»Etwas ist dabei kaputtzugehen« – noch nicht online verfügbar) über Anders Behring Breivik und die Norweger; es kommen Vorwürfe und Fragen auf, Vorwürfe und Fragen an Regierung und Ermittlungsbehörden.