Blickt man zurück, reiht sich Herr Wulff nahtlos in eine illustre Schar ehemaliger Bundespräsidenten ein; zu nennen wären Heinrich Lübke oder Horst Köhler. Das Amt kann er eigentlich nicht beschädigen, denn das nimmt ja kaum noch jemand ernst. Bis zu Wulff war dieses Amt ein bekömmlicher Alterssitz, mit dem die Mehrheitsparteien ihre elder statesmen belohnte. Er ist eigentlich zu jung für diese Rolle, ist aber ähnlich wirkungslos wie diese Ehemaligen.
Gut, er hat einen zinsgünstigen Kredit aufgenommen, hat sich dafür ein hässliches Eigenheim gekauft, welches ihn gut charakterisiert. Nach und nach kommt heraus, dass er die Marionette diverser Unternehmer ist, was er aber mit anderen Parteipolitikern gemeinsam hat. Hat er Schaden angerichtet? Wohl nicht. Soll er gehen? Ist mir eigentlich egal. Ernst nehmen kann ihn eigentlich niemand mehr, aber das Amt des Bundespräsidenten … (s.o.).
Ein Neuer wird nicht besser sein, also soll er bleiben; das spart auch die Kosten eines ausserplanmäßigen Wahlgangs.
Selbst wenn der Job eines Bundespräsidenten nicht zu den Einflußreichsten gehört, heißt das noch lange nicht, dass es egal wäre, wer diesen Posten einnimmt. Es hat im ürigen auch eine Reihe von Bundespräsidenten gegeben, die “gradliniger” waren und vor allem nicht käuflich. Dazu gehört unter anderem Gustav Heinemann, Richard von Weizsäcker und Johannes Rau!
Ich bin der Meinung, daß Gesine Schwan oder Joachim Gauck die weitaus besseren Kandidaten waren.
Grundsätzlich richtig! Aber inzwischen wurde das Amt so runter gewirtschaftet – nicht nur durch das Verhalten der Inhaber, sondern auch auch die Art und Weise der Besetzung -, das ich es nicht mehr ernst nehme.
Von Ausnahmen abgesehen – wann hat denn der Amtsinhaber ernsthaft etwas bewegt? Heinemann, von Weizsäcker, Rau waren unzweifelhaft respektable Männer, aber als Bundespräsident haben sie auch nur repräsentativ gewirkt, oder?