Die Superreichen haben ihren Superreichtum erarbeitet

Raghuram Rajan, Professor an der Business School der Universität Chicago, gibt ein Interview »Ungleichheit müssen wir nicht hinnehmen«. Liest sich gut, die Überschrift. Was schlägt er vor?

Was kann man dagegen tun?

Es gibt zwei Wege: Der eine ist, den Reichen das Geld wegzunehmen. Der andere Weg ist, den Schwächeren zu helfen, so dass sie mehr Geld verdienen können. Die Demonstranten wollen den ersten Weg, sie fordern höhere Steuern für die Reichen. Aber das hat auch seine Nachteile: Wenn man die Steuern zu hoch hebt, werden die Reichen auch nicht mehr so hart arbeiten.

Die arbeiten doch sowieso nicht fürs Geld, oder?

Täuschen Sie sich nicht. Die Reichen von heute sind ganz anders als die Reichen vor hundert Jahren. Damals waren die Wohlhabenden sogenannte „faule Reiche“, die ihr Vermögen von ihren Eltern geerbt hatten. Heute gibt es unter den Superreichen viel mehr Menschen, die sich das Geld tatsächlich erarbeitet haben…

Die Superreichen haben ihren Superreichtum erarbeitet? Seit wann ist jemand durch Arbeit reich geworden – von Superreich garnicht zu reden!?
Aber diesen hart arbeitenden Reichen darf man selbstverständlich das hart erarbeitete Geld nicht durch Steuern wegnehmen! Wie beseitigt man dann die Ungleichheit, die immer weiter wächst? Die Chancen der Armen sollen verbessert werden!

Und wie soll das gehen?

Bildung ist ganz wichtig. Man muss etwas können – denn wer etwas kann, der ist gefragt. In Amerika sehen wir schon, dass die Leute das selbst in die Hand nehmen.

Wie das?

Viele Frauen kündigen oder suchen, wenn sie arbeitslos sind, keine neue Stelle. Das tun sie nicht etwa, weil sie nicht mehr arbeiten wollen, sondern sie gehen zurück zur Universität und machen noch einmal ein Examen, damit sie danach eine bessere Stelle bekommen. Das ist meine Hoffnung für die Zukunft: Wenn wir solche gut ausgebildeten Leute nach ihrem Examen in die richtigen Arbeitsstellen bringen, dann kann auch das Wachstum wieder zulegen.

Also Bildung, dann hart arbeiten und selbst der Ärmste wird dann reich – wenn die Reichen ihn lassen! Solange solche »Lehren« gelehrt werden dürfen und Regierungen auf dieser Basis regieren, müssen sich die Reichen keine Sorgen und die Armen keine Hoffnung machen!!

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