Mildernde Umstände?

Ein Rachefeldzug US-amerikanischer Soldaten in der Stadt Haditha in der Provinz el-Anbar im Nordwesten des Irak endet mit dem Tod von 24 Menschen, darunter zehn Frauen und Kinder.
Keiner der Soldaten muss ins Gefängnis; Unteroffizier Frank Wuterich wurde wegen Verletzung der Dienstpflicht zu 90 Tagen Haft verurteilt, muss die Strafe aber nicht antreten. Er bekam mildernde Umstände, da er alleinerziehender Vater dreier Kinder ist.

Wuterich hatte eingeräumt, seine Einheit angewiesen zu haben, »zuerst zu schießen und dann zu fragen«. Dafür mildernde Umstände? Was wird er seinen Kindern später einmal sagen?

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Afghanistankonferenz visualisiert

Dazwischen Tote und Verwundete.

Afghanistankonferenz Bonn 2001 und 2011

© Klaus Stuttmann, Berlin (Klick aufs Bild)

Ein notwendiges Übel

Armeen gibt es, um sich gegen Bedrohungen durch Andere zu schützen. Sie sind somit ein notwendiges Übel, sollen aber trotzdem von der Bevölkerung akzeptiert werden, da der vorstehende Ansatz der Abwehr ja eigentlich positiv ist. Um sie, die Armee, in der Bevölkerung zu verankern, gibt es an Operetten erinnernde Ordensverleihungen, Zapfenstreiche und öffentliche Vereidigungen. Betrachtet man diese nüchternen Auges, kann man sie nicht ernst nehmen. Eine Armee sollte eigentlich, so sie wirklich einen positiven Abwehrauftrag hat, auch ohne diese Kinkerlitzchen auskommen.
Werden Orden posthum verliehen, wird damit versucht, den Schmerz der Hinterbliebenen zu mildern.

Warum wird, analog dem Atomwaffensperrvertrag, nicht seitens der UN ein »Armeensperrvertrag« initiert?

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