Mildernde Umstände?

Ein Rachefeldzug US-amerikanischer Soldaten in der Stadt Haditha in der Provinz el-Anbar im Nordwesten des Irak endet mit dem Tod von 24 Menschen, darunter zehn Frauen und Kinder.
Keiner der Soldaten muss ins Gefängnis; Unteroffizier Frank Wuterich wurde wegen Verletzung der Dienstpflicht zu 90 Tagen Haft verurteilt, muss die Strafe aber nicht antreten. Er bekam mildernde Umstände, da er alleinerziehender Vater dreier Kinder ist.

Wuterich hatte eingeräumt, seine Einheit angewiesen zu haben, »zuerst zu schießen und dann zu fragen«. Dafür mildernde Umstände? Was wird er seinen Kindern später einmal sagen?

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Ein notwendiges Übel

Armeen gibt es, um sich gegen Bedrohungen durch Andere zu schützen. Sie sind somit ein notwendiges Übel, sollen aber trotzdem von der Bevölkerung akzeptiert werden, da der vorstehende Ansatz der Abwehr ja eigentlich positiv ist. Um sie, die Armee, in der Bevölkerung zu verankern, gibt es an Operetten erinnernde Ordensverleihungen, Zapfenstreiche und öffentliche Vereidigungen. Betrachtet man diese nüchternen Auges, kann man sie nicht ernst nehmen. Eine Armee sollte eigentlich, so sie wirklich einen positiven Abwehrauftrag hat, auch ohne diese Kinkerlitzchen auskommen.
Werden Orden posthum verliehen, wird damit versucht, den Schmerz der Hinterbliebenen zu mildern.

Warum wird, analog dem Atomwaffensperrvertrag, nicht seitens der UN ein »Armeensperrvertrag« initiert?

Erzeugung von Kriegsbereitschaft

bei GERMAN-FOREIGN-POLICY.COM:

In einer unlängst erschienenen Publikation des Berliner Verlages Duncker und Humblot werden Mittel und Methoden zur Erzeugung von Kriegsbereitschaft diskutiert. Das Buch trägt den Titel “Bewährungsproben einer Nation” und befasst sich mit der “Entsendung der Bundeswehr ins Ausland”. Die Autoren bekleiden hochrangige Funktionen in Staatsverwaltung, Militär, Wissenschaft und Medien; zu ihnen zählen der ZDF-Redakteur Mathis Feldhoff und der NATO-Mitarbeiter Michael Rühle ebenso wie Vizeadmiral Ulrich Weisser und Claus Kreß, Professor für Völkerrecht an der Universität Köln. Insbesondere der Journalist Feldhoff entwickelt in seinem Beitrag eine ausgefeilte Feindbildpropaganda: “Verhungernde Kinder, marodierende Banden, blutrünstige Diktatoren, das sind die Bilder, die als moralisches Schwungrad für einen militärischen Einsatz dienen können. Sie wirken auf die Volksseele”.

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